Einleitung

 

Hier der Text von der ursprünglichen Seite des Grazeland Castle von Nachtfrost:

Tagelange Fußmärsche hatten mich mürbe gemacht. Dazu der dauernde Regen, der mich die fernen Flüche von Dagoth Ur lächerlich erscheinen ließen. Das Wasser sickerte durch meine Rüstung und meine Kleidung, bis hinunter in die Schuhspitzen.
Immer wieder griffen mich die hungrigen Bewohner der Grazelands an und versetzten mir einen Stich nach dem anderen. Zwar hatten sich meine Freunde, die Cliffracers, seit ich die Berge und Aschewüsten hinter mir ließ verabschiedet, aber hungrige Kagouti und Ailits beanspruchten die Nachfolge.
 
Ich hatte es fast geschafft zur sagenumwobenen Festung in den Grazelands, nur noch ein paar Meilen. Der Gedanke beflügelte meine bleiernen Füße und hauchte meinen durchweichten Knochen neues Leben ein. Schnell weiter, bevor auch die Illusion eines warmen Bettes und eines starken Schlucks Cyrodilic Brandy meine Müdigkeit nicht mehr übertrumpfen konnten.
Da sah ich schon die Türme im entfernten Nebel auftauchen!
 
Doch was war das? Windschief und scheinbar baufällig ragten sie vor mir auf. Je näher ich kam desto mehr offenbarte sich mir das Trümmerfeld. Ein unirdisches Heulen zerfetzte den dumpfen Schleier prasselnden Regens.
Das war nicht die Festung der Grazelands! Ich war vom Weg abgekommen und hatte mich in die Ruinen am Rand des Gebirges verlaufen!
Schrecken der Niederhöllen umstreichen den Sagen nach die Heimstatt des gefallenen Hauses Dwemer. Ein kalter Schauer lief mir über den Rücken, als ich erkannte wo ich mich befand. Und als erneut das Heulen einer anderen Welt erklang packte mich schiere Panik.
Singend fuhr meine treue Klinge aus der Scheide und der kalte Stahl in meiner Hand und die arkane Glut versicherten mir beruhigend, daß ich nicht wehrlos war.
 
Wehrlos war ich nicht, aber auch nicht dumm. So zwang ich mich zu einem erneuten Dauerlauf.
Das Blut pochte in meinen Ohren und mein Herz schlug bis zum Hals. Ich keuchte mit schmerzenden Lungen in meiner schweren Plattenrüstung, als mich ein Schlag in den Rpcken zu Boden schickte.
Mir taten alle Rippen weh, als ich benommen in den Matsch stürzte. Schnell wälzte ich meinen schmerzenden Körper herum um meinen Angreifer zu sehen.
 
Ein Clannfear! schoß es mir durch den Kopf, als ich Reflexartig meinen Schild hochriß um einen Biß nach meinem Hals abzufangen. Schnell war ich wieder auf den Füßen. Regen und Blut mischten sich unter der geknackten Schale meines Carapax. Er hatte einmal mein Leben gerettet, doch ein zweiter Schlag würde den Stahl nahezu ungehindert passieren.
Auf ein Wort hin strömten heilende Energien von meinem Ring aus durch den Körper und stoppten meine Blutungen. Doch die wertvollen Sekunden nutzte der Clannfear zu einem neuerlichen Biss und zerfleischte meinen Schildarm.
Mit einem Aufschrei ließ ich meine heilige Klinge niedersausen und registrierte mit grimmiger Genugtuung die tiefe Wunde, die sich schnell mit schwarzem Blut füllte.
 
Mehr schlecht als recht zwang ich den Schild zwischen mich und meinen Gegner wobei mir am Rande meines Bewußtseins auffiel wie das Blut an der Innenseite hinabströmte. Die brennenden Schmerzen waren ebfalls ein Bestandeteil einer anderen Welt. In diesem Moment war ich nur noch der Heilige Rächer, die blutige Klinge in meiner Hand.
 
Der Stoßangriff des Clannfear prallte gegen meinen Schild und ließ ihn benommen zurücktaumeln. Ich stieß zu. Schwarzes Blut mischte sich mit dem aufgeweichten Schlamm, der nun von Klauen und Stiefeln zertrampelt war. Als die Bestie niederging schlug ich ums eine noch ums andere mal zu. Der Heilige Zorn des Rächers ergoß sich über diese Unirdische Kreatur.
Erst als nur noch ein Klumpen aus schwarzem Blut und Fleisch vor mir lag schwand der rote Schleier um meine Augen und die Schmerzen schlugen wie eine Woge über mir zusammen.
 
Ein billiger Heiltrank den ich schluckte konnte auch nicht viel beitragen um meine Wunden zu lindern. Ich brauchte ein Heiler, oder zumindest ein warmes Bett und ein paar Tage Ruhe.
 
Donnergrollen kündigte ein Gewitter an, als ich blutend müde und zerschlissen meinen Weg weitertaumelte. Schon war der Sturm über mir. Blitze zuckten vom Himmel und bescherten mir in meiner Plattenrüstung ein angenehmes Gefühl.
 
Und dort vorne ein Ailit? Verdammt. Normalerweise kein Problem mit diesen Tieren fertig zu werden, aber mit diesen Verletzungen?
Da offenbarte mir endlich eine Krone aus gleißenden Blitzen das lang ersehnte Bild. In einer Sekunde von Himmelsfeuer erfüllt tauchten die wuchtigen Türme des Bollwerks aus dem Nebel. Beinahe weinend vor Schmerz, Erschöpfung und Glück sprintete ich ein letztes Mal los.
Das Ailit auf meinen Fersen.
 
Mehr tot als lebendig erreichte ich endlich den Eingang. Ich nahm schon gar nicht mehr wahr, daß die Ritter auf den Türmen das Ailit mit ihren Bolzen verjagten. Und als mich starke Hände hereintrugen und in ein Bett legten war ich schon weit im Reich meiner Alpträume...

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